aktualisiert am 13.06.2017
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South African Boerboel
Als Scheinträchtigkeit, auch Pseudogravidität genannt, wird eine hormonell bedingte Verhaltensweise von Hündinnen bezeichnet. 4 - 8 Wochen nach der Läufigkeit kann es bei der Hündin zu einer Scheinträchtigkeit kommen. Obwohl sie nicht gedeckt wurde, zeigt sie Verhaltensmuster und körperliche Veränderungen einer trächtigen Hündin: die Hündin wird plötzlich sehr anhänglich und schmusig sie beginnt den "Nestbau" durch scharren auf dem Teppichboden oder zurechtlegen der Decken/Kissen im Bett/Couch die Milchdrüsen schwellen an und es wird sogar Milch produziert das Verhalten anderen Hündinnen gegenüber (oder anderen Hunden allgemein) wird sperrig bis aggressiv In der 8. - 9. Woche nach der Läufigkeit, also zu der Zeit, in der sie im Falle einer Befruchtung   geworfen   hätte,   beginnt   sie   Ersatzwelpen   (Spielzeug   oder   Stofftiere)   zu   bemuttern   und   verschleppt   sie   in   ihr   "Nest".   Nimmt man ihr diese Spielzeuge weg, kann das Tier mit Aggression reagieren. Die Scheinträchtigkeit hat eine mittlere Dauer von 2 bis 4 Wochen. Ursachen Bei den Vorfahren der Hunde, den Wölfen, hat die Scheinträchtigkeit durchaus Gründe: Wölfe   leben   im   Rudel   in   einer   Familienstruktur.   Nur   die   Leitwölfin   (alpha-Hündin)   wird   gedeckt   und   bekommt   Junge.   Zur   Erhöhung   der Überlebenswahrscheinlichkeit   ist   es   sinnvoll,   dass   die   Welpen   vom   gesamten   Rudel   versorgt   werden.   Daher   kümmern   sich   die   anderen Wölfinnen,   meist   Schwestern   der   alpha-   Tiere,   um   den   Nachwuchs   und   säugen   ihn.   Soziobiologisch   nennt   man   solche   Systeme   "Helfer-am- Nest"-Systeme   (Individuen   erhöhen   ihre   indirekte   Fitness,   indem   sie   bei   der   Aufzucht   der   Jungen   verwandter   Individuen   helfen).   Aus   diesem Grund   müssen   sie   zur   Milchbildung   fähig   sein,   ohne   tatsächlich   geworfen   zu   haben.   Verursacht   wird   das   Symptom   durch   den   Anstieg   des Hormons   Prolaktin   in   der   Phase   der   Nachbrunst,   welches   auch   bei   der   trächtigen   Hündin   die   Funktion   der   Gestagene   ersetzt.   Somit   befinden sich   Hündinnen   mit   einer   Pseudogravidität   zum   Zeitpunkt   60   Tage   nach   ihrer   Läufigkeit   in   der   gleichen   hormonellen   Situation   wie   ein tatsächlich   gravides   Tier.   In   freier   Wildbahn   garantiert   die   Tatsache,   dass   Hunde   einen   ausgeprägt   saisonabhängigen   Sexualzyklus   besitzen (saisonal monoöstrisch) die Gleichzeitigkeit des Werfens der Welpen und des Angebotes an Ammen für die Jungen. Maßnahmen Ursächlich   kann   das   Symptom   mittels   Prolaktin-Antagonisten   (Cabergolin)   wirkungsvoll   vom   Tierarzt   behandelt   werden.   Daneben   können   die Verhaltensmuster des Tieres beeinflusst werden: *   der   Hündin   sofort   jeglichen   Welpenersatz   wegnehmen,   besonders   Quietschspielzeug,   welches   instinktiv   als   schreiender   Welpe   betrachtet wird * sie nicht bemitleiden und verhätscheln, da sie sonst in ihren Muttergefühlen bestärkt wird * ablenken (z.B. häufiger als sonst spazieren, spielen) *   die   Hündin   nicht   das   Gesäuge   lecken   lassen   oder   gar   selbst   massieren,   da   dadurch   die   Milchproduktion   angeregt   wird   und   zu   einer   Mastitis führen kann Die Scheinträchtigkeit darf nicht unterschätzt werden! Also unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Leidet   die   Hündin   körperlich   stark   unter   der   Scheinträchtigkeit   bzw.   treten   Komplikationen   regelmäßig   nach   der   Läufigkeit   auf,   sollte   mit   dem Tierarzt über eine Kastration gesprochen werden. Mastitis Die Mastitis (syn. Mastadenitis) ist eine meist bakterielle Entzündung der weiblichen Brustdrüse bzw. Milchdrüse (griech. Mastos). Unter   Umständen   ist   bei   einigen   Hündinnen   während   oder   nach   der   Scheinträchtigkeit   eine   Verhärtung   einer   oder   mehrer   Zitzen   zu bemerken.   Dabei   kann   es   sich   um   eine   Entzündung   handeln,   die   mit   Rötung,   Schwellung   und   auch   Fieber   einhergehen   kann   und   mit   Kühlung erstversorgt werden sollte. Hier ist der Gang zum Tierarzt empfohlen, der die Hündin mit Antibiotika versorgen wird. Bleibt eine solche Verhärtung unbemerkt oder unbehandelt, kann im schlimmsten Fall eine operative Maßnahme erforderlich werden.

Scheinträchtigkeit

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