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gesundheitliche Belange des Boerboel´s

Ernährung

Ernährung

Es existieren drei Möglichkeiten, den Hund zu füttern:

Jeder muss für sich selbst entscheiden, was für ihn und seinen Hund sinnvoll ist. Wir empfehlen qualitativ hochwertiges Trockenfutter oder die gewissenhafte Rohfütterung (B.A.R.F. = Biologisch Artgerechtes Rohes Futter).

Bei einem Trockenfutter sollte gerade im ersten Lebensjahr darauf geachtet werden, dass es nicht zu viel Rohprotein (<24%) enthält, da der South African Boerboel sehr schnell wächst und das Wachstum durch zu viel Rohprotein nur potenziert wird. In dem Fall kommen die Muskeln und Sehnen mit dem Wachstum nicht hinterher, die Knochen haben keine Zeit sich zu festigen – Wachstumsstörungen oder Gelenkprobleme können die Folge sein. Bitte achtet darauf, dass ein Burbulll sich großhungert. Zu viel Masse belastet die Gelenke sehr.

Bei der Rohfütterung muss auf eine ausgewogene Ernährung besonderer Wert gelegt werden.
Hierzu sollte man sich mit den unterschiedlichen Inhaltsstoffen auseinandergesetzt werden, damit der BB auch wirklich die Nährstoffe erhält, die er benötigt.

Dosenfutter wird eher selten bei dieser Rasse verwendet.

Wie nimmt der Hund sein Futter wahr?

Allgemein erfolgt die Nahrungsaufnahme in folgenden Schritten:

Quelle: Cheney & Miller, 1997

Wie werden Nahrungsvorlieben festgelegt?

Nahrungsvorlieben sind das Ergebnis der Wechselwirkungen, die zwischen der Nahrung, dem Hund und seiner Umgebung bestehen. Die Akzeptanz einer Nahrung variiert je nach den Vorlieben eines Hundes und den Umgebungsbedingungen.

* vor der Geburt
Das Geschmackssystem des Welpen wird kurz vor dem Werfen funktionsfähig (Ferrel, 1984a). Es reagiert auf bestimmte Moleküle, die über den Kreislauf zwischen Muttertier und Föten und das Fruchtwasser übertragen werden (Thorne, 1995). Diese vorgeburtlichen Erfahrungen beeinflussen die späteren Vorlieben des Welpen (Doty, 1986).

* nach der Geburt
Die Zusammensetzung der Muttermilch besitzt eigene Geruchs- und Geschmacksmerkmale. Während der Säugeperiode sind es die löslichen Substanzen in der Fettmasse der Milch, die am ehesten zu Nahrungsvorlieben führen. Vor dem Absetzen haben Welpen eine natürliche Neigung ihre Mutter nachzuahmen, sie fressen am liebsten dieselbe Nahrung wie sie.

* nach dem Absetzen
Der Besitzer spielt eine sehr wichtige Rolle beim Anlernen des Fressverhaltens, denn Gewohnheiten werden in den ersten Lebenswochen ausgeprägt. Entscheidend sind die Grundregeln, die man direkt ab dem Einzug des Hundes festlegen und beibehalten sollte. Dabei ist es wichtig, dass die Beziehung zwischen Mensch und Hund mehr ist, als nur die des Gebers und Empfängers von Nahrung.

Der Hund ist ein soziales Tier. Sein Verhalten bei der Nahrungsaufnahme bestimmt seinen Status in der Gruppe. Bei wilden Hunden (Wolf, Schakal, Kojote,…) fressen die Alpha-Tiere zuerst, während der Rest zuschaut. Wenn sich der Rudelführer entfernt, legen die anderen Tiere ein gefräßiges Verhalten an den Tag: Der Wolf kann in einer einzigen Mahlzeit 17 % seines Körpergewichts aufnehmen (Young, 1944). Ein schwieriger Hund, der erwartet, dass man ihm beim Fressen zuschaut, seine Nahrung sortiert und langsam frisst, verhält sich also unter Umständen wie ein Alpha-Tier.

Ein Hund ist zufrieden, jeden Tag dieselbe Nahrung zu fressen, wenn sie seinem Ernährungsbedarf gerecht wird. Wird ein Hund scheinbar seiner Nahrung „überdrüssig“, liegt dies oft daran, dass er einen höheren sozialen Status erreichen will, indem er dieselbe Nahrung verzehrt wie sein Herr. Auf dieses Spiel darf man nicht eingehen.

Wie verdaut der Hund?

Eine hochwertige und ausgewogene Ernährung ist wesentliche Voraussetzung für eine optimale Verdauung.

Besonders große Hunde haben im Vergleich zu uns Menschen eine empfindliche Verdauung. Kleinste Störungen können deshalb Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung auslösen.

Gründe für eine empfindlichere Verdauung bei grossen Hunden, wie dem Boerboel:

Mögliche Ursachen für Verdauungsbeschwerden:

Es gibt zahlreiche Ursachen, die Verdauungsprobleme auslösen können. In mehr als 80% aller Fälle besteht allerdings ein Zusammenhang mit der Ernährung, wie falsche Nahrung oder Fütterungsfehler.

Symptome von Verdauungsproblemen:

Mögliche Symptome von Verdauungsbeschwerden sind Durchfall und / oder Erbrechen.
Beides schränkt die Nährstoffverwertung ein und kann in der Folge zu

führen.

Bei länger anhaltenden Verdauungsproblemen, besonders wenn die Ursachen ungeklärt sind, sollte der Tierarzt kontaktiert werden.

Was sollte bei der Ernährung vermieden werden?

Wölfe und auch Wildhunde lassen die Knochen der Beutetiere zurück!
Sie "wissen", daß Knochen gefährliche Verletzungen im Magen-Darm-Trakt verursachen können und ferner, da sie kaum verdaulich sind, zu schweren Verstopfungen führen.
Unsere Haushunde "wissen" das häufig nicht mehr und nagen Knochen nicht nur ab, sondern fressen sie ganz auf.
Deswegen sollten KEINE KNOCHEN gegeben werden!

Rohes Fleisch als Futter für Hunde würde zwar der natürlichen Ernährung des Wolfes entsprechen, birgt aber die Gefahr, daß über die Nahrung Krankheiten übertragen werden, insbesondere Parasiten; rohes Schweinefleisch ist wegen der möglichen Übertragung der Pseudowut (Aujeszkysche Erkrankung), einer unheilbaren und innerhalb von 24 Stunden tödlich endenden Virusinfektion, ungeeignet!

Was ist bei der Ernährung zu empfehlen?

Geeignet und leicht verdaulich sind:

Eiweißquellen - mageres Rindfleisch, Hüttenkäse, Hühnchenfleisch
Kohlenhydratquellen - Reis, Katoffelpürree, Nudeln

Hunde sollten nicht ständig Zugang zum Futter (wohl aber zum Trinkwasser) haben, da sie dadurch übergewichtig werden.
Es wird empfohlen, morgens und abends jeweils zehn Minuten Futter anzubieten.
Vor allem bei große Rassen sollte die Tagesration des Futters möglichst auf zwei Portionen verteilt werden, um einer Überfüllung des Magens mit der Gefahr der Magendrehung vorzubeugen.

Ferner sollten die Hunde wie ihre wilden Artgenossen nach der Mahlzeit ca. zwei Stunden ruhen, zumindest jedoch nicht toben. Ein Hund braucht keine Abwechslung bei der Fütterung, ein Hirsch schmeckt auch immer gleich.
Es gibt also keinen Grund, ein Futter zu wechseln, was bisher gut vertragen und gefressen wurde, es sei denn, eine spezielle Diät ist aufgrund einer Erkrankung vonnöten.

Auch Leckerchen sollten sich auf 1-2 verschiedene Varianten beschränken. Falls Futter gewechselt wird, sollte zunächst für ein paar Tage das alte mit dem neuen Futter gemischt werden, sonst kann es durch eine zu schnelle Umstellung zu Durchfall kommen, dies gilt insbesondere für Welpen und Junghunde!





Offizieller Boerboel Verein Deutschland e.V.
OBVD e.V. - www.obvd.de